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Byron Bay (25.03.- 01.03.2019)

Da wir morgens keine Zeit für das Frühstück hatten (denn der Aldi- Einkauf und der Werkstattbesuch hatten Vorrang), hielten wir an einer Restarea um uns dort unser Leibgericht Nudeln mit Pesto zu kochen. Nach dieser Stärkung fuhren wir ohne weitere Stopps nach Byron Bay.

Im Hostel angekommen waren wir höchst erfreut über die vorhandenen Parkplätze und stellten unser Auto sogleich sorglos ab um schnell einzuchecken. Dort befanden wir uns dann erst mal vor einer sehr reservierten, um nicht zu sagen unfreundlichen Mitarbeitern des Hostels, die uns bevor sie auch nur irgendwas zum Hostel erklärte, Unterlagen zum legalen sammeln unserer Daten vorlag. Wie häufig wir unsere E-Mailadressen, Namen, Telefonnummern und weitere Reiseziele angeben mussten (natürlich einschließlich mit der Kopie der Reisepässe) können wir im Nachhinein gar nicht mehr sagen. Nachdem wir Australien und vermutlich die ganze Welt unterstützt haben ein Profil unserer Persönlichkeiten zu erstellen, ging es rauf in unsere Zimmer. Zu unserer großen Freude waren wir in einem Masionette- Zimmer untergebracht, welches schön und sauber wirkte, auch der zugehörige Pool des Hostels konnte sich sehen lassen. Um uns einen ersten Eindruck von dem Ort zu machen, schlenderten wir durch die Straßen und zum Strand, viele hübsche, individuelle kleine Läden, eben ein richtiger Surfer-Ort. Da uns den ganzen Tag schon eine unbändige Müdigkeit begleitete, entschlossen wir zurück zum Hostel zu gehen und uns noch einen Film anzusehen und den Tag dann ausklingen zu lassen.

Am Morgen des nächsten Tages wollten wir mit einem ordentlichen Frühstück starten. In der Hostelküche angekommen, suchten wir verzweifelt nach Tassen und Gläsern bis wir ein Schild entdeckten, dass diese hier nur zum Verkauf angeboten werden. Ja also was soll man dazu noch sagen....?! Zum Glück haben wir ja unser eigenes Geschirr im Auto. Elaine ging schnell hinaus und holte das fehlende Geschirr und stellte dabei fest, dass die Zentralverrieglung unseres Auto wohl offenbar den Geist aufgegeben hat, sie schenkte dem Umstand aber keine weitere Beachtung.

Nachdem Frühstück entschieden für uns den Tag am Strand zu verbringen. Dort angekommen unternahm Andrea eine kleine Strandwanderung, wobei sie glaubte einen Hai entdeckt zu haben, diesen Gedanken aber schnell verwarf, da diese ja bestimmt nicht so nah an der Küste auftauchen würden. Uns wurde empfohlen sich den Sonnenuntergang von dem bekannten Leuchtturm der Stadt anzusehen, leider unterschätzten wir die Strecke und die Sonne ging auf halber Strecke unter. Dann halt morgen Abend! Der Ausblick war trotzdem recht schön.

Am nächsten Morgen ging es früh los, denn wir hatten uns am Vortag für einen Schnorchelausflug angemeldet. Etwas beunruhigt machten wir uns auf dem Weg zum Schnorchelcenter, denn Andrea hatte die Nacht noch über Google herausgefunden, dass der Weiße Hai und der Tiger Hai gerade in dieser Gegend gerne ihr Unwesen treiben. Immerhin schien das Wetter mitzuspielen. Im Center erkundigte sich vor uns auch eine Teilnehmerin nach den Haien, ihr teilte man mit dass ein Zusammentreffen mit den Arten sehr unwahrscheinlich sei an diesem Ort. Vorerst waren wir beruhigt, dummerweise gab die GoPro in diesem Moment ihren Geist auf, also keine Fotos für uns. Nachdem wir in die passenden Wetsuits geschlüpft sind, ging es mit einem Kleinbus zum Strand, wo das Boot schon auf uns wartete. Leider verschlechterte sich das Wetter und die See wurde rauer. Zu allem Überfluss erzählte uns eine weitere Teilnehmerin, dass erst letzte Woche hier an dem Strand ein Freund von ihr von einem Hai beim Surfen attackiert wurde. Sehr beruhigend. Inzwischen ergriff nicht nur Andrea sondern auch Elaine die Seekrankheit. Wir waren froh, endlich ins Wasser zu können, denn in der Regel wird es dort ja besser. Ja weit gefehlt, die Seekrankheit wurde schlimmer, die Sicht war trüb, sodass wir kaum etwas erkennen konnten. Im Endeffekt also gar nicht so schlimm das die Kamera nicht mehr ging. Irgendwann kreuzte eine Schildkröte unseren Weg, aber das konnte den Ausflug auch nicht mehr aufwerten. Dies und die Gefahr der Haie im Nacken trieb uns dann vorzeitig auf das Boot zurück, wo Andrea dann erst mal völlig selbstlos ihr am Morgen zugeführtes Frühstück als Fischfutter im Meer verteilte. Nach diesem ereignisreichen Morgen gingen wir zurück ins Hostel, um uns von den Strapazen zu erholen. Elaine verbrachte die Zeit am Pool, wo sich einige große Geckos dazu gesellten. Irgendwann entscheiden wir uns nochmal den Weg zum Leuchtturm auf uns zu nehmen, um den Sonnenuntergang von dort sehen zu können. Zuvor holte Andrea noch einige Dinge aus dem Auto und bemerkte ebenfalls das Versagen der Zentralverrieglung. Sie ging schon wieder zurück zum Hostel, als sie dachte dass hatte ich doch auch schon mal bei meinem Wagen... ach ja wie war das damals noch Licht angelassen, oder?! Schnell zurück zum Auto verriet ein kurzer Blick , dass das Licht natürlich nicht ausgeschaltet wurde und der Wagen auch nicht mehr ansprang. Tadaa!!

Wir entschieden uns, dass wir uns dem Thema am nächsten Tag widmen würden, irgendjemand wird uns ja wohl überbrücken können.

Wir erreichten das Ziel rechtzeitig, jedoch war aufgrund der Wolken leider kaum was zu sehen, aber der Weg ganz nett und wir passierten dort hin, den most eastern point of Australia.

Zurück entschieden wir uns dem Nachtleben von Byron Bay eine Chance zu geben. Wir starteten in der hosteleigenen Bar, wo man gemütlich Getränke am Pool zu sich nehmen konnte und ließen uns später überreden in einen Transfer Bus zusteigen, der am Cheeky Monkey hielt. Interessanterweise war dieser Club nur 400 m entfernt vom Hostel, da stellt sich natürlich die Frage warum muss man dahin gefahren werden. Wie auch immer, der Eintritt war dann immerhin frei. Was im Nachhinein unser Glück war, genau wie die kurze Distanz zum Hostel. Der Laden sagte keinem von uns zu, überall waren stark betrunkene 18 Jährige Backpacker die alles in ihrem Umfeld rücksichtslos anrempelten und zu übertrieben lauten Bässen tanzten. Der Abend fand für uns dann ein schnelles Ende. Wir hatten ja am nächsten Tag auch eine neue Challenge mit unserem Auto zu bewältigen.

 

Am Morgen des nächsten Tages machten wir uns nach dem Frühstück direkt auf zur Rezeption, um zu Fragen ob dort jemand eine Idee hat, wie wir mit unseren Autoproblem verfahren könnten. Zur unseren großen Freude sahen wir uns wieder gegenüber der netten Mitarbeiterin vom ersten Tag. Diese teilte uns dann mit, dass das unser Problem sei und wir selbst gucken müssten wie wir das lösen. Ein Elektriker der gerade im Haus Arbeiten erledigte, fragte uns ob wir ein Überbrückungskabel hätten. Natürlich hatten wir keins und er auch nicht. Er machte uns den Vorschlag, dass er in 1- 2 Stunden mit einem Überbrückungskabel wiederkommen würde, um uns Starthilfe zugeben. Er gab aber direkt zu bedenken, dass er glaubt unsere Batterie sei hinüber. Den Umstand wollten wir aber erst mal austesten. Da er mindestens eine Stunde unterwegs sein würde, entschieden wir uns die Zeit am Pool zu verbringen und unsere Wäsche zu waschen. Wir sprachen dieses Vorgehen mit der Mitarbeiterin des Hostels ab, sie versprach uns Bescheid zu geben wenn der Elektriker zurück kommt. Eine dreiviertel Stunde später, als Andrea die Wäsche von der Maschine in den Trockner räumte, erblickte sie die Mitarbeiterin wortlos an ihr vorbei in den Feierabend stapfen. Vielen Dank für nichts. Wir entschieden dann auf Nummer sicher zu gehen und setzten uns mit Camingstühlen vor unser Auto. Minuten und Stunden vergingen, aber der Elektriker kam nicht zurück. Schlecht gelaunt und der Verzweiflung nahe, quatschten wir alle vorbeikommenden Menschen an, ob sie uns überbrücken könnten. Erfolglos. Als wir die Hoffnung schon aufgeben und eine Werkstatt aufsuchen wollten, startete Andrea noch einen letzten Versuch und siehe da, jemand mit Auto und Überbrückungskabel. Einziger Haken er musste jemanden wegfahren. Er versicherte uns in 10 Minuten zurück zu sein. Vertrauen hatten wir keins mehr, aber diesmal hielt sich die Person an die Absprache. Ruck zuck war unser Auto überbrückt und wir machten uns erleichtert auf dem Weg die Batterie etwas zu laden, indem wir mit dem Wagen durch die Gegend fahren. Die kurz ereilte Glückseligkeit fand ein jähes Ende, als wir 200m nach dem Hostel an einer Polizeikontrolle vorbei mussten. Elaine ging vom Gas und der Wagen ging just in diesem Moment aus und ließ sich nicht mehr starten. Der Polizist winkte uns zu, dass wir weiterfahren sollten, wir schüttelten die Köpfe und fuchtelten wild mit unseren Armen herum und Andrea schrie in aus dem Fenster an, dass das nicht mehr gehen würde. Argwöhnisch näherte sich der Polizist dem Auto und fragte uns was das Problem sei, wir erklärten ihm dass unsere Batterie leer sei, daraufhin schob er uns an den Straßenrand. Dies ließ uns bereits in hysterischen Gelächter verfallen. Nun erklärten wir dem Polizisten unsere Situation in der Hoffnung, dass dieser uns überbrücken würde damit wir unser Glück erneut versuchen könnten. Aber auch er war der Meinung, dass unsere Batterie wahrscheinlich kaputt sei. Er teilte uns mit, dass wir 600 m die Straße hoch, eine Werkstatt finden würden und dort klären sollten dass wir abgeschleppt werden. Wir sollten uns aber beeilen, da diese nur noch 20 Minuten auf hätte. Mit strammen Schritt machten wir uns kopfschüttelnd, lachend und zugleich den Tränen nah auf den Weg. Dort angekommen versuchten wir japsend unsere Situation zu schildern. Der Mitarbeiter teilte uns dann mit, dass das 300 $ kosten würde, das Abschleppen alleine, dann wäre noch nichts am Auto gemacht, aber auch er ging davon aus dass unsere Batterie hin sei. Unsere erstarrten Gesichter, schienen ein wenig Mitgefühl bei ihm auszulösen, sodass er auf einen Typen am Eingang zeigte und meinte sprecht mit ihm, er ist ein guter Typ und kann euch vielleicht günstiger helfen. Dieser bot uns dann an uns für 150 $ zur Werkstatt abzuschleppen. Meinte aber auch, wir könnten gegenüber in der Tankstelle ein Überbrückungskabel für 35 $ kaufen und Leute ansprechen, damit wir umsonst überbrückt werden. Nach kurzem Abwägen entschieden wir uns für die zweite Variante und machten uns mit den neu erworbenen Überbrückungskabeln zurück zum Auto. Dort schien die Polizei nur noch auf uns zu warten. Wir dichteten die vorangegangenen Gespräche etwas um und teilte der Polizei mit, dass die Werkstatt uns empfohlen hat dass wir Überbrückungskabel kaufen sollen, da diese sich nicht vorstellen könnten das die Batterie hin sei. Notfalls kann man dies ja auf fehlende Sprachkenntnisse schieben....Wir fragten die Polizisten, ob sie uns überbrücken könnten was sie dann auch brav taten und uns sogar noch was am Motor festschraubten. Sobald der Wagen dann ansprang wollten wir nur noch weg und dieser Situation entkommen. Wie viel Pech kann man eigentlich haben ?! Wir fuhren dann noch eine halbe Stunde rum, wobei wir immer wieder leicht panisch waren dass der Wagen ausgeht. In einer Seiten Straße kreuzten wir dann nochmal die Wege der Polizei, wobei wir uns alle gegenseitig fröhlich zuwinkten.Man kennt sich halt. Irgendwann stellten wir den Wagen am Hostel ab, mit der Hoffnung dass er morgen anspringen würde.

Um von dem ereignisreichen Tag abschalten zu können, machten wir noch einen Ausflug zum Strand und gingen im Anschluss in eine Beach Bar um den Abend bei live Musik ausklingen zulassen. Abschließen lässt sich sagen, dass wir ein neues englisches Wort gelernt haben. Jump Leads (Überbrückungskabel) war uns bisher nämlich nicht als notwendige Vokabel untergekommen.

 

 

 

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