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Christchurch (29.01.- 01.02.2019)

Straßen.nrw Hostelgarten FC HANSA

Da war er...

Der letzte Stopp unserer Neuseelandreise war gekommen.

Die letzten Wochen waren so gefüllt mit Aktivitäten, Eindrücken, rumreisen und neuen Erfahrungen, dass die Zeit wie im Fluge verging, obwohl es uns vorkommt, als wären wir schon Monate unterwegs.. Bangkok scheint eine halbe Ewigkeit weg zu sein und unser Raum/ Zeitverhältnis etwas gestört...

Angekommen in unserem neuen Hostel, waren wir erst mal begeistert, weil alles ebenerdig war und wir einen schönen Garten mit Hängematten hatten. Auch unser Zimmer war schön. Leider hielt dieser Zustand nicht lange an, denn wir mussten ja diesmal alle Sachen aus unserem Auto mitnehmen, da wir es am nächsten Tag abgeben mussten.

Nachdem wir kurz etwas im veganen Restaurant um die Ecke etwas gegessen hatten (die Preise waren sogar relativ erschwinglich oder wir hatten uns einfach langsam angepasst), ging Dine noch etwas auf Shoppingtour und Elaine und Andrea gingen zu einem weiteren Besuch zu H&M, der einzige Laden, der europäische Preise anbietet. Beide redeten sich vorher ein, noch wichtige Dinge zu benötigen, u.a. weil Andrea auch ständig Dinge verliert oder sie verschwinden

Z. B. : Bikinioberteil, Kreditkarte, Mütze (die letztens erst bei H&M gekauft wurde), Schlüssel usw.

Von weitem bestaunten sie wunderschöne Kleidung, fassten diese an und wussten, dass sie diese nicht kaufen würden, weil kein Platz und natürlich auch kein Geld!!

Trotzdem wurden natürlich die notwendigen Dinge gekauft, wie z. B. Socken, Haargummis und der Bikini.

Auf dem Rückweg konnten wir uns noch die Stadt anschauen und feststellen, dass es viele Baustellen gab, was aber daran zu liegen scheint, dass nachdem Erdbeben 2012, ca. 80% der Stadt zerstört wurden und sie sich noch im Wiederaufbau befindet. An vielen Stellen sind Denkmäler errichtet, die an dieses Unglück erinnern.

Interessanterweise gab es auch viele Graffiti in der Stadt, die verschiedene Häuser schmückten. Ein besonders originelles stach uns direkt ins Auge, ein großer Schriftzug mit FC HANSA und auf der anderen Seite mit FC HANSA ROSTOCK...tja, die Heimat scheint uns zu verfolgen, was aber bei dieser Vielzahl an deutschen Mitbürgern hier auch nicht so verwunderlich ist.

An diesem Abend machten wir nicht mehr viel, kochten und entspannten etwas.

Am nächsten Tag wollten wir mal „wieder“ ausschlafen, jedoch fand zur besonderen Freude von Elaine ein lautstarkes Gespräch unter den französischen Bewohner des Hostels vor unserem Fenster statt, sodass wir um 07:30 Uhr aus dem Schlaf gerissen wurden (die Abneigung gegenüber der Sprache, beruht auf einer verstörenden Praktikumserfahrung, aus ihrer Schulzeit wie sie uns immer kopfschüttelnd mitteilt).

Durch den unruhigen Start und dem generellem Zeitmangel dem man beim anstrengenden Backpackerleben ausgesetzt ist, starten wir sehr verzögert in den Tag. Irgendwann gegen 14:00 Uhr entschieden wir uns dann mal durch den botanischen Garten der Stadt zu laufen. Ganz nett, aber auch nicht herausragend. Allerdings konnten wir dort verschiedene Arten des asiatischen Kleidungsstil beobachten.

Auf dem Rückweg kamen wir rein zufällig nochmal bei H&M vorbei, wo wir das Procedere des Vortags wiederholten.

Müde von diesem ereignisreichen Tag, gingen wir zurück zum Hostel, um uns für den Abend fertig zu machen. Es sollte zu einem Biergarten, mit Burgerstand und live Music gehen. Dort angekommen wurden wir zur Überraschung unserer deutschen Tischnachbarn, die uns offenbar im Gegensatz zur Bedienung für deutlich älter als 18 schätzten, auch prompt nach unseren Reisepässen gefragt. Dort erfuhren wir von einer Sozialarbeiterin, dass die Suizidrate in Neuseeland eine der höchsten der Welt ist. Die Kontakte seien hier, sehr oberflächlich, die Menschen sehr einsam und die Armut ist hoch. Dinge die uns selbst in dieser kurzen Zeit hier nicht sonderlich verwundern.

Vom Essen gestärkt machten wir uns auf den Weg zurück ins Hostel, wo Andrea entschied dass ein Schlüssel genug für 3 Personen sei und sich dem Ersatzschlüssel für 20 $ entledigte.

Es bleibt noch zu erwähnen, dass es am Morgen eine Kleiderberatung gab, damit Dine evtl. mit einem möglichst seriösen Outfit von der Macke, die das Auto seit ein paar Tagen schmückte, ablenken kann. Dies können wir als sinnvolle Maßnahme mit Erfolg verbuchen.

 

Auf mysteriöse Weise fand der verlorengegangene Schlüssel seinen Weg zurück zu uns. Als reine Präventionsmaßnahme beschlossen wir, dass Andrea diesen nun nicht mehr anrühren durfte.

Um den Tag vor der Abreise nochmal genießen zu können, entschieden wir uns für einen Aufenthalt am Sumner Beach, dort gelangten wir mit einem Busticket für 4$ pro Person innerhalb einer halben Stunden hin. Irgendwann machte sich der Hunger bei Elaine und Andrea bemerkbar, sodass wir zu einer Strandbude schlenderten , um dort Fisch & Chips, sowie Chicken & Chips zu bestellen.

Ein geschmackliches Grauen, was von 4 Stunden andauernder Übelkeit gefolgt wurde. Hoffentlich haben die Möwen, die wir mit den Pommes fütterten, dass Essen besser vertragen.

Auf dem Rückweg liefen wir ein Stück am Strand entlang und stiegen erst später in den Bus ein. Zuvor musste Elaine aber noch wegen ihres verlorenen Schere Stein Papier Spiels gegen Andrea, von einem Steg ins Meer springen. Dort tümpelte sie dann noch zur unseren Belustigung, zwischen einer Maori- Familie um wieder aus dem Wasser zu gelangen.

Der Bus hielt dann interessanterweise quasi fast vor H&M.

Dort mussten wir uns dann nochmal versichern, das wir nun auch wirklich alle wichtigen Sachen beisammen haben und nicht noch das ein oder andere Kleid oder die Handtasche fehlt, die man wirklich dringend als Backpacker benötigt. Zurück in der Unterkunft, weichten wir unsere weißen Sachen ein, die inzwischen durch das Waschen in verschiedenen Hostels allesamt grau geworden waren.

Leider recht erfolglos, aber uns kam zu Ohren dass in Australien auch das ein oder andere H&M zu finden sein soll.

Da wir von der erfolglosen Whale Watching Tour 80% des Preises zurückerstattet bekamen, wollten wir unseren letzten gemeinsamen Abend in einem mexikanischem Restaurant zelebrieren.

Wir tauschten uns über die verschiedenen Eindrücke des Landes aus und erzählten uns von den persönlichen Highlights.

Im Anschluss ging es noch in ein Irish Pub, dort stellten wir dann fest dass Dine ihren Reisepass nicht mit hatte, die Kellnerin ließ sich allerdings davon beeindrucken, dass Dine das genaue Geburtsdatum von Andrea kannte, was in einer länger bestehenden Freundschaft ja nicht sonderlich ungewöhnlich ist.

Wie auch immer, wir konnten auf jeden Fall nochmal auf unsere gemeinsame Zeit anstoßen. Auf dem Rückweg passierten wir wieder Straßen, wo wir einsame Verkehrshütchen entdeckten, die wie es scheint sich hier kontinuierlich vermehren. Liegt wohl am Klima..

Elaine und Andrea überlegten diese als exotischen Kopfschmuck auf ihrer weiteren Reise mitzuführen, da der Hohlraum auch praktischen Stauraum bietet. In Deutschland zurück wären diese auch ein schönes Geschenk für Straßen.nrw, dort werden bestimmt noch welche für die unzähligen Baustellen benötigt, die ja immer bereits ein Jahr vor Arbeitsbeginn ordnungsgemäß abgesperrt werden müssen.

 

Der letzte Tag in Neuseeland begann mit einem morgendlichen verzweifelten Rucksackpacken, wo wir uns immer wieder fragten, wie das vorher alles reingepasst haben soll. Dine bot uns großzügigerweise an, überflüssige Sachen schon mal mit nach Deutschland zu nehmen.

Schweren Herzens trennte sich Andrea u.A. von einem Schal und Handschuhen, diese könnte in Australien ja noch von großer Wichtigkeit sein, da dort zur Zeit ja nur eine kleine Hitzewelle herrscht, bei 45 Grad. Dennoch schienen sich die Rucksäcke nur schwer schließen zu lassen, vielleicht ist dieser Umstand den vorangegangen H& M besuchen geschuldet. Dies ist jedoch eine reine Vermutung.

Den letzten Tag verbrachten wir damit am Hostel zu chillen.

Während Andrea aus Langeweile um 11:30 Uhr schon all ihr Essen für den ganzen Tag vertilgt hatte, vertrieb Elaine sich die Zeit mit Sport. Immerhin sind wir nun schon seit einigen Tagen nicht mehr gewandert. Dine besorgte in der Stadt die letzten Mitbringsel für zu Hause.

Da Dine bereits einige Stunden früher abreisen musste, stand die Verabschiedung an.

Wir möchten uns an dieser Stelle für die schöne gemeinsame Zeit bedanken und für die tolle Reiseleitung mit dem Rundum-Sorglos-Paket. Nun sind wir auf uns alleine gestellt und müssen in die Selbständigkeit zurückfinden. Freudig blicken wir schon auf die außenstehenden Beträge, die wir bei Dine noch begleichen müssen.

 

Auch wenn wir nicht abergläubisch sind, konnten wir uns nicht dazu überwinden, die gefundene Bibel in Neuseeland zu lassen...

Vielleicht bringt sie uns ja in Australien Glück :)

 

 

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